Die Hessische Landesregierung zeichnet im Rahmen der Ehrenamtskampagne „Gemeinsam Aktiv – Bürgerengagement in Hessen“ die "Stiftung Childaid Network" aufgrund ihres vorbildlichen gesellschaftlichen Engagements als Stiftung des Monats August 2010 aus. Die Stiftung setzt sich für Kinder und Jugendliche in Nordostindien ein.
Was besonders überzeugt, ist die Konzeption der Projekte und ihre Umsetzung. Die Stiftung legt herausragenden Wert auf langfristige, nachhaltige Hilfe, die die Kinder von heute zu Erwachsenen heranwachsen lässt, die sich selbst und ihre Familien unterhalten können. Dabei zielt sie auf besonders neuralgische Punkte: die Ärmsten der Armen, Mädchen, struktureller Ausbau der Bildungsmöglichkeiten. Dabei wird auch der Focus auf den Aufbau von Netzwerken, die Schaffung von Synergien gelegt.
Die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen vor Ort und deren Unterstützung wurde als Ansatz gewählt, um möglichst durch Multiplikatorenprojekte eine große Reichweite der Hilfe zu erzielen (Auswahl):
• Strassenkinderprojekte in Guwahati (Hauptstadt von Assam) In der Millionenstadt leben derzeit ca. 150.000 Kinder und Jugendliche, davon mehrere tausend obdachlos ohne Familien und Angehörige. Der Stiftung ist es, gemeinsam mit Snehalaya, der Organisation vor Ort, vielen anderen engagierten Menschen, NGOs und der Regierung, gelungen, bisher 5 Heime für etwa 200 Strassenkinder zu schaffen, Betreuungsangebote für die Kinder aus den Slums anzubieten und den Schulbesuch der Kinder voranzutreiben.
• Dorflehrerprogramm Die allerwenigsten Kinder in der Zielregion der Stiftung können eine Schule besuchen. Um wenigstens eine Grundschulausbildung zu ermöglichen, bildet die Stiftung zusammen mit der Organisation AIDA Lehrer aus, die der gleichen Gegend wie die Kinder entstammen, die sie schließlich unterrichten. Damit wird gewährleistet, dass der kulturelle Rahmen, in dem sich die Mädchen und Jungen bewegen, respektiert und in den Unterricht integriert wird. Der umfasst nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen sondern auch Hygiene, Gesundheitsfürsorge und Methoden der Landwirtschaft, um die Existenz der Dörfer langfristig zu sichern. Bisher konnten bereits 120 Schulen errichtet werden und damit 6000 Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden.
• Ausbildung für Flüchtlinge Auseinandersetzungen zwischen Bevölkerungsgruppen Ende der 90er Jahre haben zur Bildung von Flüchtlingslagern geführt. Die Situation dort hat sich zwar generell verbessert, aber Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche war bisher undenkbar. Die Stiftung hat wieder in Zusammenarbeit mit Hilfsinitiativen vor Ort ca. 50 Schulen gegründet und ermöglicht damit etwa 2500 Kindern, einen Unterricht zu besuchen. Zusätzlich konnten Selbsthilfegruppen für die Frauen in den Lagern gegründet werden, in denen sie eine Ausbildung in unterschiedlichen Handwerken erhalten, mit denen sie sich und ihre Familien ernähren können.
• Frühkindliche Förderung durch Kinderkrippen in den Stammesregionen Die grosse Armut in den Stammesregionen zwingt die Menschen dazu, ihre gesamte Zeit auf den Feldern zu verbringen. Währenddessen sind die Kinder zuhause sich selbst überlassen. Die Konsequenzen sind weitreichend und gravierend: Keine Förderung, mangelhafte Ernährung, Unfälle. Die Stiftung hat in einem Pilotprojekt und auf Bitte des Ältestenrates in einem Dorf eine Kinderkrippe eingerichtet, die neben der Betreuung nach Montessori, eine zusätzliche Mahlzeit bietet und die Kinder ganzheitlich fördert. Der grosse Erfolg der Massnahme motiviert die Stiftung dazu, weitere Krippen zu errichten.
Die Stiftung wurde 2007 gegründet. Sie kooperiert mit dem Königsteiner Salon e.V., einem interdisziplinären Netzwerk, in dem sich Vertreter aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Technologie, Medien, Verbänden und Kirchen mit der Bekämpfung von Kinderarmut beschäftigen. Dabei spielt die Vermittlung von Ausbildungs- und Berufschancen eine besondere Rolle.
Weitere Informationen zur „Stiftung Childaid Network“ und ihrer Projekte erhalten Interessierte auf www.childaid.de.




